In diesem Jahr führte die Studienreise des Museumsvereins Abteiberg nach Norwegen, konkret nach Oslo. Zwar nur sechs Tage, aber dafür hatte es das erneut in Zusammenarbeit mit ViadellArte erarbeitete Programm in sich. Ein Highlight folgte dem nächsten und das bei, für norwegische Verhältnisse, vergleichsweise gutem Wetter. Von einem anfänglichen Kofferverlust sowie Sturz einer Teilnehmerin durch ein unversehens anruckelndes Transportband am Osloer Flughafen abgesehen, gab es keine weiteren Überraschungsmomente – abgesehen von der Pracht und Schönheit des Oslo-Fjords mitsamt seiner abwechslungsreichen Architektur und Kulturszene.
Norwegens Hauptstadt hat sich nach und nach zu einer Kunstmetropole Europas entwickelt. Das futuristische Opernhaus am Hafen mit seiner begehbaren Terrassenlandschaft, das neue Munch Museum mit seiner aufregenden Architektur und das neue Nationalmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen setzen Maßstäbe in der Kunstwelt. Im Kulturviertel am Fjord wurde das Munch Museum im Oktober 2021 eingeweiht und ist mit 13 Etagen und einer Gesamtfläche von 26.000 qm ein gewaltiger Bau. Großartig auch die kleine Außenbar auf der obersten Etage mit weitem Blick über die Stadt. Hier ließ es sich gut bei einem kühlen Getränk vor dem nächsten Programmpunkt aushalten. Das Munch Museum ist Teil eines faszinierenden Projekt, das den gesamten
Hafenbereich umfasst und mit zahlreichen Bauprojekten international renommierter Architekt:innen weltweite Aufmerksamkeit erzielt. Zu den Leuchtturmprojekten gehört auch der von Renzo Piano Building Workshop geplante Gebäudekomplex für die Astrup Fearnley Collection, der 2012 eröffnet worden ist. Im Quartier Tjuvholmen, mit Blick über den Fjord gelegen, lernte die Gruppe auf beinah tänzerische Weise von einer jungen Mitarbeiterin des Hauses die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst kennen.
Einen weiteren Höhepunkt der Reise bot der Tagesausflug zum Kistefos Museum mit seinem beeindruckenden Skulpturenpark circa 80 km nördlich von Oslo. Hier passte einfach alles: die großartige Anlage der einstigen Papiermühle inmitten der Natur, die wunderbaren Skulpturen internationaler Künstler:innen, die eigenwillige Brückengalerie “The Twist” mit Werken von Tony Cragg und nicht zuletzt das Wetter, das nach einem vorhergehenden Starkregen die Landschaft umso rauer und geheimnisvoller erschienen ließ. Was für ein Unterschied zum Vigeland Skulpturenpark mit seinen rund 200 Werken des Bildhauers Gustav Vigeland am Stadtrand von Oslo. Die Ästhetik des bei Familien sehr beliebten Parkes ist gewöhnungsbedürftig, machte aber hungrig auf das gemeinsame Essen am letzten Abend auf einem Panoramaschiff. Beim Dinner Cruise mit norwegischen Spezialitäten ließ sich erneut die Aussicht auf die Stadt genießen, angestrahlt vom Licht der tiefstehenden Sonne.
Abgerundet wurde die ereignisreiche Reise noch durch verschiedene, von Dr. Poppen selbst vorgenommene Führungen und Vorträge, beispielsweise zum Holmenkollbakken, der ältesten Skisprungschanze der Welt oder zum Werk von Edvard Munch. Dabei liegt die Besonderheit seiner Vorträge immer in der vergleichenden Betrachtung des jeweiligen Themas sowie an dessen Einbindung in die Historie.
Natürlich fehlte auch bei dieser Studienreise nicht das Angebot eines individuellen Opernbesuchs, das einige Teilnehmende am Donnerstagabend gerne aufgriffen. Einer exklusiven Führung hinter die Kulissen der Oper folgte dann anderentags die ganze Gruppe und erhielt Einblicke in den Großbetrieb mit seinen drei Bühnen. Eine insgesamt runde Tour, die allen Teilnehmenden sicher in sehr guter Erinnerung bleiben wird. (CK)


