Natalie Czech (2007)

Miss Spanien, Unique

Preis:  

300 EUR (vergriffen)

Unique, 1929-1931, 2007

10 Unikate mit je 9 Original-Bromsilber-Gelatine Prints von 1932 aus "Die schönsten Frauen der Welt", Zigaretten-Sammelbilder der Marken Club/Liga

18,5 x 12,5 cm (Motiv)

35 x 26,5 cm (Passepartout)

signiert und datiert

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Natalie Czech hat für diese Edition historische Archivbilder aus den Jahren 1929 – 1931 verwendet, die ab 1932 als Sammelbilder in Zigarettenpackungen der Marken Club und Liga verbreitet wurden. Es handelt sich um 10 Motive der Serie "Die schönsten Frauen der Welt". Diese Sammelbilder in Passbildgröße sind als echte schwarzweiße Barytabzüge hergestellt worden und in Sammelheften erhalten.

Pro Unikat ergeben neun gleiche Bildmotive (Miss Spanien, Miss Universum etc.) eine Anordnung. Natalie Czech thematisiert hiermit die Edition an sich und ebenso das Problem der Fotografie, der, so Czech, nachgesagt wird, sie sei nicht einmalig, da sie jederzeit reproduziert werden könne. Die neun Abzüge jeder Anordnung zeigen jedoch das Gegenteil: Je nachdem wo die Bilder während des Kriegs und auf welchen Dachböden sie anschließend lagerten, zeigt sich, dass im Alter jedes Bild eine andere Farbigkeit, andere Kontraste und eine andere Helligkeit hat und somit doch zum Unikat wird.

Aus diesem Anlass heißt die Arbeit "Unique" – was auch mit den Schönheitsköniginnen korrespondiert, die ebenfalls einzigartig sein sollen. Den Misswahlen wurde in Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ein Ende gesetzt. Erst 1950 wurden sie wieder eingeführt.

Natalie Czech, geboren 1976 in Neuss, studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und war Meisterschülerin von Thomas Ruff. Sie lebt und arbeitet in Köln. Seit 2000 zeigt sie in Ausstellungen analoge und digitale Fotoserien, deren Motive sich nach der ersten großen Reihe "Andere Orte" (NAK Aachen, Kunstverein Hamburg 2001/2002) zunehmend in eine Auseinandersetzung mit dem fotografischen Medium entwickelt haben.

2007 wurde sie mit dem Peter Mertes-Stipendium des Bonner Kunstvereins ausgezeichnet. 2006 erschien im Revolver Archiv für Aktuelle Kunst Frankfurt das Buch "Ahoj Ouroboros", mit Texten von Franz Xaver Baier, Alexandra Kolossa und Vanessa Joan Müller.